Die rechtliche Grundlage für die heutige Personenbetreuung wurde am 1. Juli 2007 geschaffen. Mit dem Hausbetreuungsgesetz und entsprechenden Anpassungen der Gewerbeordnung wurde die selbstständige Personenbetreuung offiziell geregelt. Seitdem können Personenbetreuerinnen und Personenbetreuer ihre Leistungen legal und unter klaren rechtlichen Rahmenbedingungen anbieten.
Die Personenbetreuung umfasst dabei weit mehr als pflegerische Unterstützung. Sie beinhaltet Begleitung im Alltag, Hilfe im Haushalt, Unterstützung bei täglichen Routinen sowie soziale Betreuung und Gesellschaft. Ziel ist es, betreuten Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen.
Gerade die 24-Stunden-Betreuung spielt dabei eine zentrale Rolle. Tausende Familien verlassen sich täglich auf die Unterstützung engagierter Betreuungskräfte, die dafür sorgen, dass ältere Menschen weiterhin zu Hause leben können.
Herausforderungen für Familien und Betreuungskräfte
Seit der Einführung der staatlichen Förderung im Jahr 2007 haben sich die Rahmenbedingungen deutlich verändert. Die Lebenshaltungskosten sind gestiegen, ebenso die Kosten für Betreuung und Pflege. Gleichzeitig ist die finanzielle Unterstützung für Familien nur begrenzt angepasst worden.
Der Fachverband Personenberatung und Personenbetreuung weist darauf hin, dass sich die monatlichen Gesamtkosten einer 24-Stunden-Betreuung für Familien mittlerweile auf rund 4.000 Euro belaufen können. Diese setzen sich unter anderem aus Honoraren für Betreuungskräfte, Reisekosten, Verpflegung und weiteren laufenden Aufwendungen zusammen.
Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Viele qualifizierte Betreuungskräfte entscheiden sich zunehmend für eine Tätigkeit in Nachbarländern wie Deutschland, Italien oder der Schweiz, wo häufig höhere Honorare erzielt werden können. Dies verschärft den bereits bestehenden Fachkräftemangel zusätzlich.
Betreuung zu Hause bleibt für viele die beste Lösung
Trotz aller Herausforderungen zeigt sich seit Jahren, wie wichtig die Betreuung in den eigenen vier Wänden für betreute Menschen und deren Angehörige ist.
Das vertraute Zuhause bietet Sicherheit, Orientierung und Lebensqualität. Besonders ältere Menschen wünschen sich häufig, möglichst lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben zu können. Gleichzeitig entlastet professionelle Betreuung Angehörige, die Beruf, Familie und Pflege oft nur schwer miteinander vereinbaren können.
Die Dienstleistungen selbstständiger Personenbetreuerinnen und Personenbetreuer können dabei flexibel an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden – von punktueller Unterstützung im Alltag bis hin zur umfassenden 24-Stunden-Betreuung.
Der Bedarf wird weiter steigen
Die demografische Entwicklung zeigt deutlich, dass der Bedarf an Betreuung und Pflege in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Die Menschen werden älter und wünschen sich gleichzeitig ein selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten Umgebung.
Umso wichtiger ist es, die Rahmenbedingungen für Familien und Betreuungskräfte nachhaltig zu gestalten. Dazu gehören attraktive Arbeitsbedingungen für Betreuungskräfte, verlässliche Fördermodelle und ein gesellschaftliches Bewusstsein für den hohen Wert der Personenbetreuung.
Ein Tag, der Aufmerksamkeit schafft
Der neue Tag der Personenbetreuung soll genau darauf aufmerksam machen: auf die unverzichtbare Arbeit tausender Betreuungskräfte und auf die Bedeutung der Betreuung zu Hause für viele Familien in Österreich.
Denn eines wird immer deutlicher: Eine hochwertige und leistbare Personenbetreuung ist nicht nur ein individuelles Anliegen von Familien, sondern eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe für die Zukunft.
Bei cura domo erleben wir täglich, wie wertvoll professionelle Betreuung in den eigenen vier Wänden ist. Deshalb begrüßen wir jede Initiative, die dazu beiträgt, die Bedeutung der Personenbetreuung sichtbar zu machen und ihre Zukunft nachhaltig zu sichern.
Quelle:
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260615_OTS0068/wkoe-fachverband-erklaert-1-juli-zum-tag-der-personenbetreuung