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Daheim statt im Heim | NÖN vom 05.02.2019


6. Februar 2019

Der sehnlichste Wunsch der meisten Menschen ist es nach wie vor, den Lebensabend zu Hause in Geborgenheit zu verbringen. Hilfe bieten gute Agenturen.

Über 800 Pflegebedürftige im Bezirk Scheibbs werden daheim betreut. Drei Viertel davon durch sozialmedizinische Dienste, wie sie von Caritas, Hilfswerk oder Volkshilfe im Bezirk angeboten werden.

Was aber tun, wenn das nicht mehr ausreicht? „Wir haben über eine heimische Agentur zwei liebevolle Betreuungskräfte gefunden, die perfekt in unsere Familie passen“, freut sich die 47-jährige Resi, die für ihren pflegebedürftigen Vater verantwortlich ist. Im Scheibbser Bezirk sind insgesamt zehn Agenturen bei der Wirtschaftskammer gemeldet, die das Gewerbe „Organisation von Personenbetreuung“ angemeldet haben.

Für Robert Pozdena, zuständiger Fachgruppenobmann der Wirtschaftskammer NÖ ist es wichtig, sich einer österreichischen Vermittlungsagentur zu bedienen. „Vorrangig gilt es darauf zu achten, wie die Verträge gestaltet sind“, rät Pozdena. Selbstständige Personenbetreuerinnen kommen zu 98 Prozent aus osteuropäischen Ländern und betreuen rund einen Monat rund um die Uhr Personen, die alleine nicht mehr zurecht kommen. Danach wechseln sie sich mit einer weiteren Betreuerin ab, verbringen rund einen Monat im Heimatland, bevor sie wieder nach Österreich zurückkehren.

Seriöse Agenturen kümmern sich um die Vermittlung der Betreuungskräfte, die Organisation des Transports, um die Abwicklung aller Behördenwege und finanziellen Belangen, unterstützen bei Förderansuchen und stehen als Mediatoren zur Verfügung. Sie sind auch Ansprechpartner für alle organisatorischen Belange rund um die 24-Stunden-Betreuung, beispielsweise wenn eine Betreuungskraft erkrankt.

Personenbetreuerinnen kümmern sich rund um die Uhr liebevoll um die älteren Menschen. Agenturen organisieren und unterstützen im Hintergrund und das Land NÖ hält adäquate Förderungen bereit.

Förderung ab Pflegestufe drei

Ab einer Einstufung in Pflegestufe drei erhält eine pflegebedürftige Person in Niederösterreich 550 Euro Landesförderung und Pflegegeld abhängig von der bescheidmäßig erkannten Pflegestufe (Stufe drei rund 450 Euro bis Stufe sieben rund 1.700 Euro). „Bei monatlichen Kosten von circa 2.300 Euro wird die Landesförderung und die Vergütung für die Pflegestufe abgezogen, für den verbleibenden Rest muss die Familie derzeit selbst aufkommen“, unterstreicht Pozdena. Die Transparenz der entstehenden Kosten sei ein weiteres Qualitätskriterium.

Landtagsabgeordneter Anton Erber hat 2007 die gesetzliche Grundlage zur Legalisierung in Niederösterreich angeregt. 2008 wurde diese Grundlage bundesweit übernommen und die Förderung von 550 Euro, in NÖ ab Pflegestufe drei, bundesweit ab Pflegestufe vier, eingeführt: „Es freut mich, dass es damit gelungen ist, dem Wunsch von bald 10.000 Menschen, die in den eigenen vier Wänden alt werden wollen, gerecht zu werden““, sagt Erber. Allerdings gelte es, das System weiterzuentwickeln.

Die Bundesregierung hat angekündigt, Ende 2019 ein Konzept vorzulegen, in dem die Pflege daheim forciert und der Pflegeberuf aufgewertet werden soll. Hier schließen auch die Forderungen der Wirtschaftskammer an: Es müsse sich qualitativ, personaltechnisch und finanziell in Zukunft etwas ändern. Beim „Masterplan Pflege“ sollen nicht nur die Förderung erhöht und der Pflegeberuf für Österreicher attraktiver gestaltet werden, sondern auch „qualitative Standards für Agenturen und Betreuerinnen geschaffen werden“, fordert Pozdena.

Link zum vollen Artikel der NÖN – Bezirk Scheibbs

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